ZOE
Zeitschrift Organisations Entwicklung
Stand: Juli 2016

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ZOE vom 15.07.2016, Heft 03, Seite 52 - 57, ZOE1211336 (ZOE1209541)
OrganisationsEntwicklung > Reflexion > Aufsatz

Digitalisierung und Medien: Eine Grundlegung in sieben Thesen

Wolfgang Wopperer-Beholz

Wolfgang Wopperer-Beholz

Geschäftsführender Gesellschafter mindmatters GmbH & Co. KG, Hamburg. Kontakt: wolfgang.wopperer@mindmatters.de

In kaum einer Branche sind spürbare Wirkung von und intensive Diskussion über Digitalisierung so allgegenwärtig wie in den Medien. Die grundlegenden Herausforderungen werden aber noch immer nicht adressiert. Dafür braucht es ein besseres Verständnis der veränderten Rahmenbedingungen und mutigere Organisationsentwicklung.

Artikel-Inhalt

  • These 1: Die Digitalisierung trifft die Medienbranche schneller und direkter als andere Branchen, weil ihr Gegenstand Information ist. Die hier beobachtbaren Veränderungen sind eine Vorschau für andere Branchen.
  • These 2: Die Branchendiskussion der letzten Jahre hat systematisch falsche Akzente gesetzt und keine Ansatzpunkte für echte Innovation generiert.
  • These 3: Technologie, verändertes Nutzerverhalten und wachsende Bedeutung von Plattformen stellen das bisherige Geschäftsmodell, welches auf einer Bündelung von Kreation und Distribution basiert, fundamental in Frage.
  • These 4: Die etablierten Organisationsstrukturen und -grenzen der Branche sind nicht in der Lage, diese Herausforderungen zu verarbeiten.
  • These 5: Aktuelle Ansätze für den Umbau von Geschäftsmodellen und Organisationsstrukturen sind entweder zu konventionell konzipiert, zu eng gefasst oder haben zu wenig Einfluss auf die Bestandsorganisation.
  • These 6: Startups und avancierte Unternehmen aus anderen Branchen geben die einzig hilfreiche, wenn auch herausfordernde Orientierung für den Umbau von Geschäftsmodellen und Organisationen.
  • These 7: Soll die Transformation von Geschäftsmodell und Organisation gelingen, muss sie auf einer konsequenten Neudefinition des Daseinszwecks der Organisation basieren. Diese zu facilitieren und passende Organisationsformen zu finden, wird die Hauptaufgabe von Führung sein.

Warum lohnt es sich auch außerhalb der Medienbranche die Veränderungen zu studieren, denen diese durch die Digitalisierung unterworfen ist? Was lässt sich aus der Branchendiskussion der letzten Jahre lernen – und wo ist sie fundamental fehlgegangen? Was ist die eigentliche Wirkung und tatsächliche Reichweite der Digitalisierung – und was wäre notwendig, um ihr angemessen zu begegnen? Die folgenden Thesen stellen den Versuch einer Antwort auf diese Fragen dar.

These 1: Die Digitalisierung trifft die Medienbranche schneller und direkter als andere Branchen, weil ihr Gegenstand Information ist. Die hier beobachtbaren Veränderungen sind eine Vorschau für andere Branchen.

Digitalisierung ist die Überführung von Information aus analogen in digitale Medien. Sie wirkt sich je nach der Bedeutung von Information in Geschäftsprozessen und -modellen unterschiedlich schnell auf Branchen und Wertschöpfungssysteme aus. An einem Ende des Spektrums steht die Informationstechnologie: Sie entwickelt Infrastruktur

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