ZOE
Zeitschrift Organisations Entwicklung
Stand: April 2019

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ZOE vom 15.04.2019, Heft 02, Seite 45 - 50, ZOE1300652
OrganisationsEntwicklung > Erfahrung > Aufsatz

Die Organisation der Selbstorganisation

Einsichten aus der Praxis

Claudia Schröder / Bernd Oestereich

Claudia Schröder

Systemische Organisationsbegleiterin, Unternehmerin und Autorin. Kontakt: claudia.schroeder@next-u.de

Bernd Oestereich

Berater, Coach und Autor mit über 20 Jahren Erfahrung als Unternehmer. Kontakt: bernd.oestereich@next-u.de

In den letzten fünf bis zehn Jahren haben wir in verschiedenen Organisationen wichtige Erfahrungen gesammelt, wie sich Teams und ganze Organisationen pragmatisch selbst organisieren. Wichtig sind eine zeitweise oder gar dauerhafte Koexistenz verschiedener Führungsprinzipien, ein schrittweises, ergebnisoffenes und erprobendes Herantasten nach dem Sogprinzip, sowie große Klarheit und Sicherheit in den Metaprozessen und -strukturen.

Artikel-Inhalt

  • Selbstorganisation statt Selbstüberlassung
  • Selbstorganisation beginnt mit (Fremd-) Organisation
  • Ausprobieren statt schulen
  • Führungsarbeit dynamisch verteilen
  • Doppelkompetenz: Prozess- und Expertenebene
  • Pragmatismus zählt
  • Evolutionär zur Revolution
  • Ergebnisoffene Anpassung mit dem Sogprinzip
  • Öffnung von oben durch klare Rahmenbedingungen
  • Zusammenfassung

Selbstorganisation statt Selbstüberlassung

Die erste wichtige Unterscheidung, die wir kennenlernten, ist jene zwischen Selbstorganisation und Selbstüberlassung. Das Gefühl der Selbstüberlassung entsteht, wenn es an äußerer und innerer Struktur- und Prozesssicherheit mangelt.

In unseren ersten Versuchen zu mehr Selbstorganisation haben wir, weil wir es damals nicht besser wussten, als Inhaberinnen und Geschäftsführung der oose GmbH die Kollegenschaft überfordert, indem wir praktisch ein Führungsvakuum geschaffen hatten. Die offene Aufforderung «organisiert euch jetzt selbst», verunsicherte alle. Die Kolleginnen konnten zwar praktisch tun was sie wollten, aber sie wussten gar nicht wie. Ohne irgendein Handgeländer wie Führung nun gemeinsam organisiert werden könnte, zwangen wir die Kollegenschaft, sich mit Führungs- und Organisationsfragen zu beschäftigen. Das führte dazu, dass die Kolleginnen nach wenigen Wochen genug von dieser Selbstbeschäftigung hatten und sich mit gesundem Menschenverstand

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