ZOE
Zeitschrift Organisations Entwicklung
Stand: Januar 2019

In 'Meine Akten' einfügen

ZOE vom 15.01.2019, Heft 01, Seite 64 - 70, ZOE1290837
OrganisationsEntwicklung > Reflexion > Aufsatz

Kaputt verändert

Veränderung sinnvoll dosieren

Prof. Dr. Axel Koch

Prof. Dr. Axel Koch

Professor für Training und Coaching an der Hochschule für angewandtes Management, Fakultät Wirtschaftspsychologie, in Ismaning bei München. Kontakt: axel.koch@fham.de

Es ist, als ob eine Raupe langsam zwischen zwei Buchdeckeln zerdrückt wird. Kleine Kinder haben ja leider manchmal solche Einfälle. Hier geht es aber nicht um Raupen, sondern um die Mitarbeitenden in Unternehmen. Die fühlen sich nämlich vielfach genauso. Erdrückt von immer mehr Change-Prozessen. Keine Zeit zum Durchatmen. Eine Veränderung jagt die andere. Wenn die Chef-Etagen ein Management-Cockpit für Change-Kaputte hätten, würde es dort ständig rot blinken. Doch wie lässt sich das zunehmende Veränderungstempo besser managen?

Artikel-Inhalt

  • Leiden am Veränderungstempo
  • Vorsicht vor dem False-Hope-Syndrom
  • 80 Prozent haben Transferschwächen
  • Change-Diät: Fokussierung und Maß halten
  • Das «Karma-Konto» muss im Plus sein
  • Veränderungs-Balance

Das Veränderungstempo im Arbeitsbereich nimmt seit Jahren zu. Im Jahr 2015 wurden allein in Deutschland 2.500 Firmen übernommen oder fusioniert – etwa sechsmal mehr als im Rekordjahr 2007 (Habdank 2015). Durchschnittlich steckt jedes zweite Großunternehmen in einer sogenannten Restrukturierung (Lohmann-Haislah 2012). Die durchschnittliche Verweildauer von Vorständen und Top-Führungskräften sinkt: Blieb im Jahr 2010 ein Geschäftsführer noch acht Jahre auf einem Chefsessel sitzen, waren es 2015 nur noch sechs Jahre (Verfürth 2017). Zum Teil gibt es sogar Richtlinien, nach denen eine Position nicht länger als zwei oder drei Jahre besetzt sein sollte, sagt ein Insider aus der Pharmabranche. Und aus dem Finanzbereich ist zu hören: «Bei uns wechseln die Player noch schneller. Die gelten nach anderthalb Jahren auf einer Stelle schon als alt.»

Ein starker Treiber des Wandels ist die Digitalisierung. Sie bringt mit sich, dass die Firmen sich neu erfinden müssen, um nicht vom Markt zu verschwinden.

div
Der Volltext dieses Inhalts steht exklusiv Abonnenten zur Verfügung.
Top