ZOE
Zeitschrift Organisations Entwicklung
Stand: Januar 2019

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ZOE vom 15.01.2019, Heft 01, Seite 57 - 61, ZOE1290835
OrganisationsEntwicklung > Reflexion > Aufsatz

Wandel (beginnt) an der Spitze

Wie Papst Franziskus die katholische Kirche reformiert

Dr. Edgar Büttner

Dr. Edgar Büttner

Coach, Organisationsberater. Kontakt: edgar.buettner@faktorM.de

Papst Franziskus ist seit fast sechs Jahren im Amt. Trotz enormer Probleme, die der Reformstau in seiner Kirche aufgehäuft hat, ist es ihm in kurzer Zeit gelungen, einen Stimmungsumschwung herbeizuführen, der eine klare Richtung vorgibt: eine Kirchenführung im Dienst an den Armen. Wenn dies dazu führt, die spirituellen Ressourcen der Kirchen und der Religionen mit ihrer weltweiten Präsenz unbedingt in den Dienst des Friedens und der ökologischen Entwicklung zu stellen, können Menschen neue Hoffnung schöpfen. Der Beitrag reflektiert die in Gang gekommene Veränderungsdynamik sowie den Führungsstil des Papstes.

Artikel-Inhalt

  • Vision der unaufhörlichen Erneuerung
  • Nicht alles muss «oben» entschieden werden
  • Ein unbequemer Reformer und seine Gegner
  • Umgang mit Widerstand
  • Change Management durch Internationalisierung und Dezentralisierung
  • Moderne Führungsprinzipien
  • Empowerment für die Armen
  • Kritik am Wirtschaftssystem
  • Leidenschaft für Umweltschutz
  • Change Management im Umgang mit dem Erbe der Vorgänger
  • Die Kirche als lernende Organisation

Die katholische Kirche ist die älteste und größte Global Playerin. Sie war schon ein «weltweites Unternehmen» als es noch keine internationalen Konzerne gab. Heute gibt es knapp 1,3 Milliarden Katholiken, Tendenz, v. a. in Afrika und Asien, steigend. Das entspricht einem Anteil von etwa 18 Prozent der Weltbevölkerung. Zwei Drittel lebt auf der südlichen Halbkugel. Die Zahl der hauptamtlich in der Seelsorge und in Leitungsaufgaben Tätigen dürfte eine Million leicht übersteigen. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass die römisch-katholische Kirche über das weltweit größte Netzwerk mit internationalen Verflechtungen, bei gleichzeitig national-kulturellen Bindungen bis in die hintersten Dörfer sowie in die Armutsviertel zahlreicher Großstädte, besonders in Lateinamerika, verfügt. Insgesamt beläuft sich die Zahl derjenigen, die sich zu Jesus Christus bekennen, auf über zwei Milliarden Menschen. Die Allermeisten davon leben auf der südlichen Halbkugel in extremer Armut. Bestrebung der Kirche

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