ZOE
Zeitschrift Organisations Entwicklung
Stand: Januar 2019

In 'Meine Akten' einfügen

ZOE vom 15.01.2019, Heft 01, Seite 17, ZOE1290801
OrganisationsEntwicklung > Gespräch > Interview

Jeder ist ein Changemaker (Langfassung)

Mit Social Entrepreneurship Systeme verändern

Konstanze Frischen

Konstanze Frischen

Konstanze Frischen ist zur Zeit CEO von Ashoka in Nordamerika und lebt seit 2015 in Washington DC. Zwölf Jahre zuvor gründete sie in Frankfurt am Main Ashoka Deutschland, wählte die ersten deutschen Fellows aus, baute ein weitreichendes Netzwerk aus Unterstützern aus Wirtschaft und Wissenschaft auf und führte das Konzept Social Entrepreneur in den hiesigen Sprachraum ein. Sie baute Ashoka Europa mit auf, war Leiterin von Ashoka Europa und Mitgründerin von Globalizer, einer Initiative zur Skalierung gesellschaftlicher Ideen, sowie Aufsichtsrätin der GLS-Bank. Konstanze Frischen hat in Heidelberg, an der SOAS und der London School of Economics studiert und ist Ethnologin. Sie arbeitete bei CNN International in London, als Wirtschaftsredakteurin bei der FAZ und der FAZ Sonntagszeitung. Sie ist Mitglied von Generation CEO und Beirätin des CASE Center der Business School an der Duke University. Kontakt: KFrischen@ashoka.org

Im Gespräch mit Konstanze Frischen, Gründerin von Ashoka Deutschland und Vorstandsmitglied von Ashoka International – einer der führenden Plattformen für soziale Innovationen –, eruiert unsere Redakteurin Dr. Brigitte Winkler, wie Ashoka soziales Unternehmertum fördert und was wichtig ist, um mit sozialen Innovationen eine systemverändernde Wirkung zu erreichen.

Konstanze Frischen

ZOE: Frau Frischen, Sie haben die Organisation Ashoka 2003 in Deutschland mit dem Ziel gegründet, Social Entrepreneurship in West-Europa zu implementieren. Was war das Neue an Ihrem Konzept?

Frischen: Zur damaligen Zeit war «Social Entrepreuneurship» bzw. das Profil eines «Sozialunternehmers» noch weitgehend unbekannt. Etwas übertrieben skizziert gab es damals die Haltung, entweder eine Organisation ist karitativ oder ein «richtiges» Unternehmen. Letzteres bedeutete, wirtschaftlich im Business-Kontext zu agieren, etwas herzustellen, Gewinne zu machen und Arbeitsplätze zu schaffen (das galt dann als sozial) und karitativ hieß, man spendete Päckchen oder Teddybären. Das Konzept des Sozialunternehmers war den Menschen neu – die Vorstellung also, dass man mit einer neuen Idee Systeme aufbauen oder bestehende umbauen kann, wo der Markt noch nicht hinreicht, um gesellschaftliche Probleme zu lösen. Dabei hat es Sozialunternehmer immer schon gegeben – denken Sie an Maria

div
Der Volltext dieses Inhalts steht exklusiv Abonnenten zur Verfügung.
Top