ZOE
Zeitschrift Organisations Entwicklung
Stand: Oktober 2018

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ZOE vom 15.10.2018, Heft 04, Seite 119, ZOE1282217
OrganisationsEntwicklung > Bücher > Rezension

Die Künstlerbrille

Karsten Trebesch

Karsten Trebesch (KT), Trebesch & Asociados, Beratung für Unternehmensentwicklung und Veränderungsmanagement; Mitbegründer der ZOE

E-Mail: trebesch@trebesch-asociados.de

Berit Sandberg/Dagmar Frick-Islitzer, Die Künstlerbrille, Was und wie Führungskräfte von Künstlern lernen können, Springer Gabler 2018, 287 Seiten, Euro 34.99, E-Book: Euro 26.99

«Künstler haben Eigenschaften, die sich jede Führungskraft wünscht: Begeisterung und Ausdauer (…) Sie verfolgen Vorhaben mit Leidenschaft und Beharrlichkeit.»

Fangen Sie als Führungskraft mit der Lektüre der beiden letzten Seiten dieses opulenten Werkes an, denn da werden Ihnen Fragen angeboten, deren Antworten Ihnen die Lektüre bietet.

Das Buch offeriert Führungskräften Anregungen, was man von Künstlern an Haltung übernehmen kann – oder was vielleicht schädlich ist.

Eine Hochschullehrerin und eine Künstlerin haben mit großem Wissen und beeindruckender Kompetenz voneinander gelernt und bringen uns künstlerische Denk- und Arbeitshaltungen näher. Der Aufbau des Buches folgt den Phasen des künstlerischen Arbeitsprozesses, der sich über sieben Teile mit 29 Kapiteln verteilt (Inspiration, Kreation, Transformation, Innovation, Kontemplation, Kooperation und Reflexion). Die wirklich breiten Kenntnisse der Autorinnen bieten Seite für Seite nicht nur Einblicke, sondern auf leichte, unaufdringliche Weise Anregungen für Führungskräfte, ihre Tätigkeit zu reflektieren und hoffentlich zu verändern. Die vielen Anekdoten sind nicht als Entertainment gedacht, sondern als Anregung für tiefgründiges Verstehen.

«Künstler haben Eigenschaften, die sich jede Führungskraft wünscht: Begeisterung und Ausdauer (…) Sie verfolgen Vorhaben mit Leidenschaft und Beharrlichkeit». Warum sollten nicht auch Führungskräfte versuchen, ihren Träumen näherzukommen? Hier zitiere ich gerne den Psychoanalytiker Otto Rank: «Normale/angepasste Menschen verbergen ihre Träume vor anderen, die Neurotiker vor sich selbst und die Künstler leben sie aus.»

Dieses faszinierende und deshalb beeindruckende Buch war sicher auch ein Traum der Autorinnen, von dem wir als Leser großen Nutzen ziehen können, weil er real geworden ist. (KT)

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