ZOE
Zeitschrift Organisations Entwicklung
Stand: Juli 2017

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ZOE vom 15.07.2017, Heft 03, Seite 68 - 71, ZOE1242537
OrganisationsEntwicklung > Erfahrung > Aufsatz

Der Ameisenhaufen und die Königin

In hochvernetzten Organisationen wird Führung komplexer — nicht überflüssig

Dr. Jan Christopher Pries / Mark Heckmann

Dr. Jan Christopher Pries

Projektleiter Organisationsentwicklung, Robert Bosch GmbH. Kontakt: jan.christopher.pries@gmail.com

Mark Heckmann

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Bremen. Kontakt: heckmann.mark@gmail.com

Netzwerkorganisationen werden vermehrt als Alternative zu Linienhierarchien diskutiert. Dieser Artikel geht der Frage nach, welche Aufgabe Führung in diesem hochvernetzten Organisationstyp zukommt. Der optimistische Diskurs in Wissenschaft und Praxis wird um eine nüchtern-kritische Perspektive ergänzt.

Artikel-Inhalt

  • Vernetzung als Problem und als Lösung
  • Netzwerkorganisationen zwischen Hierarchie und Netzwerk
  • Führung in Netzwerkorganisationen
  • Die Sicht von Praktikern — Ergebnisse einer Interviewstudie
  • Fazit Führung in Netzwerkorganisationen zwischen Überhöhung und Anspruch

Vernetzung als Problem und als Lösung

«Weg mit dem Chef!» Es mehren sich die Stimmen, die das Ende von Linienhierarchien und den in ihnen praktizierten Führungsformen verkünden. Vielerorts ist zu lesen, dass Führungskräfte in Linienhierarchien zu Zeiten der Globalisierung nicht die richtigen Antworten auf die komplexer werdenden Märkte finden (bspw. Castells 2000). Einer der Gründe: Die zunehmende Vernetzung steigert die Dynamik in den Märkten. Die Dynamik wird zur Herausforderung für Organisationen, die in den letzten Jahrzehnten primär auf Stabilität und Effizienz optimiert worden sind (Uhl-Bien, Russ & McKelvey 2007).

Diese Gegenwartsdiagnose macht einen Paradigmenwechsel in Sachen Aufbauorganisation und Führung notwendig. Die Organisationstheorie schreibt hochvernetzten Organisationen und vernetzenden Führungsformen eine zentrale Rolle zu. Die steigende Vernetzung in den Märkten mache eine verstärkte interne Vernetzung in den Organisationen nötig. Nur durch eine gesteigerte Komplexität

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