ZOE
Zeitschrift Organisations Entwicklung
Stand: April 2017

Gefundenes Dokument
ZOE vom 15.04.2017, Heft 02, Seite 14 - 20, ZOE1234021
OrganisationsEntwicklung > Reflexion > Aufsatz

Neue Führung braucht das Land

Herausforderungen der Organisation 4.0

Prof. Dr. Leena Pundt / Andreas Greve

Prof. Dr. Leena Pundt

Professorin für Personalmanagement an der Hochschule Bremen. Kontakt: leena.pundt@hs-bremen.de

Andreas Greve

Geschäftsführender Gesellschafter nextpractice GmbH. Kontakt: a.greve@nextpractice.de

Vernetztes Arbeiten und dezentrale Strukturen mit Führungskräften in der Rolle von Enablern werden in der Führungsforschung schon lange gefordert. Aus empirischen Studien geht hervor, dass Führungskräfte inzwischen sogar beklagen, wie weit diese berechtigten Ansätze von ihrer Führungsrealität entfernt sind. Mit der aktuellen Entwicklung zu einer Industrie 4.0 stehen Anforderungen an Führungsrollen wieder auf der Tagesordnung.

Artikel-Inhalt

  • Führungsrollen — eine unendliche Geschichte?
  • Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
  • Merkmale von Digital Leadership — kurzes Review
  • Praxisbeispiel Deutsche Bahn: Prototyp «Hierarchiefreie Teams»
  • Praxisbeispiel Otto: Neue Leitlinien für Führung und Zusammenarbeit
  • Wohin geht die Reise?

Führungsrollen — eine unendliche Geschichte?

Das Bild der neuen Anforderungen von Führung im Industrie 4.0-Paradigma ist auf den ersten Blick widersprüchlich. Einige Autoren meinen, Führung sei hier die am stärksten unterschätzte Dimension (Schönwald & Staffen 2016). Andere beschreiben konkreter, zu den wichtigsten Aufgaben der Führungskräfte gehöre es, in der Organisation die Fähigkeit zur rasanten Veränderung zu verankern und sie zu einer agilen Einheit weiterzuentwickeln (Buhse 2012). Dafür stehen neue Methoden zur Verfügung, wie Scrum oder Design Thinking, die eine Kultur des pragmatischen Probierens und Lernens begünstigen. Es ist aber auch die Rede von einer «Identitätskrise der Führung» (Krejci 2016), die sich darauf begründet, dass mit der Delegation von Macht nach unten Führung gar nicht mehr benötigt werde. Dieser scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn man, wie im Mainstream der Diskussion, Führung 4.0 eher im Sinne eines kooperativen Austausches sieht (Clases & Wehner 2015).

div
Der Volltext dieses Inhalts steht exklusiv Abonnenten zur Verfügung.
Version: rc-3.1.26831 (Handelsblatt Fachmedien_ZOE)
Top