ZOE
Zeitschrift Organisations Entwicklung
Stand: Januar 2015

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ZOE vom 01.01.2015, Heft 01, Seite 120, ZOE0689785
OrganisationsEntwicklung > Ortmanns Ordnung > Aufsatz

Kolumne: Gefahren der Idee vom Fluss der Dinge

Günther Ortmann

Prof. Günther Ortmann, ehem. Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Kontakt: ortmann@hsuhh.de

Der dunkle Heraklit – Sie wissen schon: panta rhei, alles fließt – pflegt mit dem Satz zitiert zu werden: «Man steigt nie zwei mal in denselben Fluß». Ob Plutarch, Platon, Aristoteles oder Kierkegaard – alle haben sie diese Version überliefert. Heraklit aber war sozusagen noch dunkler – und gewitzter, denn was er wirklich gesagt hat, war (so jedenfalls steht es in den «Frag menten des Heraklit», herausgegeben von Bruno Snell): «In die gleichen Ströme steigen wir und steigen wir nicht...» Was der zweite, fast immer unterschlagene Halbsatz bedeuten kann, hat einst Geoffrey Vickers klar gemacht und gleich organisationstheoretisch gewendet – und mit ihm Karl E. Weick, der ihn so zitiert: «Das Sprichwort (sic) sagt, daß wir nie zwei mal in den denselben Fluß steigen. Es ist ebenso wahr, daß wir nie zweimal in dasselbe Unternehmen zur Arbeit gehen. Es ist auch ebenso falsch, denn die Wörter `Fluß' und `Unternehmen' bezeichnen nicht unwandelbare Substanzen, sondern fort bestehende Formen.» Ein

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